Jahreshauptversammlung 2017

Mitgliederversammlung der Verkehrswacht beschließt neue Satzung Ordnungsamtschef Werner Schleifer berichtet über Geschwindigkeitskontrollen

Sinsheim. (hh) Im Schulungsraum der Jugendverkehrsschule trafen sich 20 Mitglieder der Verkehrswacht Kraichgau e.V. zur Jahreshauptversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden Otto Doberstein. Der Geschäftsbericht von Geschäftsführer Paul Hotz und der Kassenbericht von Dieter Hildenbrand wiesen im Jahr 2016 eine Vielzahl von Aktivitäten im Bereich der Verkehrssicherheit bei Kindern und Senioren aus. Doberstein dankte für die Unterstützung der Verkehrswachtarbeit durch Mitglieder, Ämter und Sponsoren. Einstimmig sprachen die anwesenden Mitglieder der Gesamtvorstandschaft die Entlastung aus. Anschließend stellte der 2. Vorsitzende Michael Huber den Entwurf für eine zeitgemäße Satzung des Vereins nach den Vorgaben der übergeordneten Gremien der Verkehrswacht vor, die er zusammen mit Geschäftsführer Paul Hotz und Beirat Reinhard Dworschak erarbeitet hatte. Der Entwurf war frühzeitig auf der Homepage der Verkehrswacht eingestellt worden und in der Geschäftsstelle einzusehen. Die Versammlung stimmte der Annahme der neuen Satzung zu. Der Leiter des Ordnungsamts der Stadt Werner Schleifer berichtete im Anschluss an die Versammlung über Erfahrungen mit den Anlagen zur Geschwindigkeitskontrolle im Bereich der Stadt und der Stadtteile; innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft ist sein Amt auch für die Gemeinden Angelbachtal und Zuzenhausen zuständig. Maßnahmen zur Geschwindigkeitsregelung dienen nach Schleifers Angaben vorrangig der Erhöhung der Verkehrssicherheit und dem Kampf gegen Raser. Nach neuen Verordnungen werden auch verstärkt Temporeduzierungen für den Lärmschutz angeordnet. In allen Fällen werden in der Planungsphase alle zuständigen Behörden, die Vertreter der Ortschaften und auch die Anwohner gehört. Die Stadt betreibt derzeit sieben Anlagen zur Geschwindigkeitskontrolle im Stadtgebiet und den Stadtteilen. Man plant künftig, die oft als „Starenkästen“ bezeichneten Kontrolleinrichtungen durch Messsäulen zu ersetzen. Die Einrichtung einer neuen Messstelle kostet zwischen 28000 Euro und 35000 Euro. Es sei erfreulich, dass die Überwachungsanlagen Wirkung zeigen. Seit dem Einsatz der stationären Kontrollanlagen wurden im Bereich der Stadt insgesamt allerdings 135000 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert. Dabei waren 65 Prozent der „geblitzten“ Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen unterwegs. Spitzenreiter waren Fahrzeuge mit 99 km/h, 106 km/h oder gar 112 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften. Daraus sei zu schließen, dass einheimische Fahrzeuglenker die Standorte der stationären Kontrollstellen, die immer wieder veröffentlicht werden, kennen und dort die geforderte Geschwindigkeit einhalten. In vielen Fällen wird jedoch bis kurz vor und nach der Meßstelle mit unerlaubt hoher Geschwindigkeit gefahren. Man werde daher verstärkt mobile Meßsysteme 150 bis 200 Meter vor und hinter der stationären Anlage einsetzen, was nach neuer Verordnung erlaubt ist, kündigte Schleifer an. Besondere Probleme machen offensichtlich Krafträder, da eine einheitliche Ausstattung mit Frontkennzeichen nach europäischem Recht nicht durchgesetzt werden konnte. Er verwies auch auf die „gestaffelten“ Folgen bei Verstößen in geschlossenen Ortschaften und außerhalb.

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