Früher zählten die PS, heute die Reichweite

Verkehrswacht Kraichgau wirbt für E-Mobilität – Aufklärung und Probefahrten

Sinsheim. (abc) „Wir erklären, Sie fahren!“, heißt eine landesweite Kampagne zum Kennenlernen und Ausprobieren von Elektroautos. Daran beteiligt ist auch die Verkehrswacht Kraichgau, auf deren Übungsplatz neben der Elsenzhalle der ehrenamtliche E-Auto-Moderator Paul Hotz Neugierige zu der immer stärker aufkommenden emissionsfreien Fortbewegung informiert. „Das Auto haben wir seit rund eineinhalb Monaten“, verriet der Schatzmeister der Verkehrswacht Kraichgau der RNZ am Mittwoch. Am 28. Januar 2021 war die Kampagne gemeinsam vom Präsidenten der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg, Burkhard Metzger, und dem Verkehrsminister Winfried Hermann der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Seither sind rund 50 E-Auto-Moderatoren mit 36 Hyundai Kona unterwegs, obwohl ursprünglich die Zusammenarbeit mit einem einheimischen Automobilproduzenten vorgesehen war. „Dazu ist zu sagen, dass wir zuerst mehrere namhafte deutsche Hersteller angefragt haben. Mangels Lieferbarkeit von Fahrzeugen, zu geringer Reichweite für unseren Zweck oder zu hoher Preise kam eine Zusammenarbeit nicht zustande“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg. An diesem Umstand ist klar und deutlich zu erkennen, dass hierzulande auf dem E-Auto-Sektor in vielerlei Hinsicht Nachholbedarf besteht.
Zumindest den potentieller künftiger Käufer versucht Paul Hotz dahingehend zu stillen, dass sich Neugierige nach Voranmeldung das Aktionsfahrzeug in aller Ruhe ansehen können. „Man muss sich mit der Elektromobilität beschäftigen, um zu verstehen, worum es dabei geht“, betonte er. Wenn er mit seinem Privatwagen, einem Mercedes-Benz mit Verbrennungsmotor, unterwegs sei, würden die Menschen immer danach fragen, wie viele PS der Motor habe. Bei Elektroautos wolle stattdessen jeder zuerst die Reichweite wissen. „Am Anfang habe ich schon eine gewisse Scheu und vielleicht sogar Hemmungen gehabt. Aber das verliert sich mit der Zeit“, beteuerte Hotz bezüglich der Bedenken, zu denen jeder Proband vor einer optionalen Probefahrt befragt wird. Die hat auch der RNZ-Mitarbeiter absolviert und eine ganz neue Form der Fortbewegung kennen gelernt. Angefangen bei verschiedenen Fahrmodi, die es ermöglichen, je nach Wunsch entweder besonders sparsam oder besonders flott unterwegs zu sein. Je nach Variante werden beispielsweise Motorleistung und Höchstgeschwindigkeit begrenzt, um die Reichweite zu erhöhen. Damit man nicht mit leeren Batterien auf der Strecke bleibt, weist der Bordcomputer den Fahrer außerdem auf Ladestationen in der Nähe hin. Etliche davon werden von der EnBW betreut, die das größte Schnellladenetz Deutschlands betreibt und „Wir erklären, Sie fahren!“ ebenfalls unterstützt. Angelegt ist die seitens des Verkehrsministeriums mit rund 400000,- Euro bezuschusste Aktion auf 36 Monate. Anfragen und Buchungen nimmt Paul Hotz unter p.hotz@nullverkehrswacht-kraichgau.de entgegen. Alternativ sind diese aber auch über die Internetseite www.eauto-ausrobieren.de oder kostenfrei via Tel. 0800/110111999 möglich.

Fotograf: Alexander Becker

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